Viorel ROMAN

Referendum in Rumänien 2012 2012-07-24
inapoi
Wahlen - Referendum in Rumänien 2012


Seit Tagen wird in der FAZ intensive über die exotische politische Umwälzung in Rumänien berichtet. Dabei wird dennoch übersehen, dass nur Siebenbürgen in dem Heiligen Römischen Reich (heute EU) historisch gesehen, eingegliedert war. Moldau und Walachei ertrugen fünfhundert Jahre die irrationelle Verwaltung des türkisch-muslimischen Sultans, sowie die des griechisch-orthodoxen Patriarchen aus Konstantinopel und nach dem zweiten Weltkrieg bis 1989 die Diktatur der orthodoxen-kommunisten aus Moskau.

Seit 2007 ist das Land zwar in der UE, aber im Zentrum von Bukarest thront eine neue Kemal Atatürk Statue und Türkisch Air verdrängte Aeroflot. Die Bevölkerung ist mehr denn je nach Osten orientiert. Der neue Sultan heisst jetzt Barosso und das alte Bakschisch ist durch eine Provision ersetzt. Der historische Kampf des moldo-walachischen Fürsten mit den Bojaren (heute Präsident und Parlament) unter der Einbeziehung einer Großmacht (heute EU) ist die Regel. Ein Staat wie im Westen gab es in Bukarest noch nie. Nur Mimikry.

In Rumänien gibt es keine nennenswerten einheimischen Banken oder Unternehmen, sondern nur westliche Filialen. Die einheimischen Bojaren bereichern sich nur aus Verträge mit dem Staat, deshalb ist der politischen Kampf so erbittert. Arbeitsplätze, Verträge, Diplomen usw. werden erkauft. Überall herrscht Korruption und Vetternwirtschaft. Die Politiker sind auch Unternehmer. Sie riskieren nichts, sondern plündern den Staat ganz legal. Das Pech haben die Steuerzahlen. Drei Millionen sind bereits in den Westen geflüchtet.

Die neue Bojaren bzw. die sogenannte neue politische Klasse versucht sich so westlich wie möglich zu geben, aber die Korruption ist allgegenwärtig und flächendeckend, wie früher in Konstantinopel und Moskau. Die persönliche Sicherheit, Armut, Gesundheit- und Bildungswesen sind privatisiert. Es gibt nur noch Reiche und Arme. Obwohl EU über 30 Milliarden Euro zur Modernisierung des Landes bereitgestellt hat, werden sie sehr wenig in Anspruch genommen, weil die EU-Kontrolle einfach stört.

Am 29. Juli 2012 müssen die Rumänien erneut (Referendum)wählen. Entweder bleibt Traian Basescu Staatspräsident und einige wenige demokratische EU-Grundregeln werden respektiert, oder die postkommunistische, sozialdemokratische neue/alte politische Klasse überniemmt die Macht und der Putinismus wird in der EU salonfähig.

Prof. Dr. Viorel Roman, Akademischer Rat a.D.
St. Remberti-Stift 26, 28203 Bremen
roman@uni-bremen.de
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