Viorel ROMAN
Despre Viorel ROMAN
Die Biographie
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Holokaust - eine Religion ohne Erlösung
2003-11-02
inapoi
HOLOCAUST-KULT – EINE RELIGION OHNE ERLÖSUNG. DIE ZUKUNFT IN DEUTSCHLAND UND RUMÄNIEN Das Deutschland Adolf Hitlers, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei hat 20 Millionen Menschen auf dem Gewissen, fast ein Drittel davon Juden. Und weil für Juden, unabhängig ob sie getauft oder nicht waren, eine Endlösung geplant war, verwendet man – anders als z.B. für Sinti und Roma – ein besonderes Wort: Holocaust. Auch wenn die Amerikaner einen ganzen Kontinent exterminiert haben und Josif Wissarionovic Stalin und die Partei der Arbeiterklasse (KPdSU) viel mehr Menschen umgebracht haben als die Nazis, bleibt der Holocaust singulär, eine jüdisch-germanische Besonderheit. In Namen des Kommunismus und des Nationalsozialismus – quasi Religionen neben dem Christentum – wurde die Beseitigung des Judentums und des Klassen- und Rassenfeindes sowie die ideologische Eroberung der ganzen Welt angestrebt. Diese Häresien waren in Wirklichkeit mißlungene, verzögerte Modernisierungsversuche, verzweifelte, kriminelle Bemühungen, um mit der modernen Welt schritt zu halten. Es gibt viele Ähnlichkeit zwischen beiden Bewegungen, aber ein buchhalterischer Vergleich kommunistischer und nationalsozialistischer Verbrechen, wie er neulich in Frankreich unternommen wurde, ist in Deutschland noch nicht gestattet. Der Haß zwischen dem östlichen und dem westlichen Christentum, zwischen Slawen und Germanen ist längst beigelegt. Papst Johannes Paul II., selbst slawischer Herkunft, ist seit zwei Jahrzehnten geistliches Oberhaupt der Hälfte der Deutschen. Und nach dem Verzicht des russisch-orthodoxen Slawen auf den Klassenkampf, Diktatur und Kommunismus kommt es nun zum Dialog zwischen Ost und West. Die jüdisch-deutsche Beziehung ist dagegen offenbar bis auf unbestimmte Zeit vom Holocaust-Kanon geprägt. Die Gedenkstätte Jad Waschem in Jerusalem, das KZ in Auschwitz, das Holocaust-Museum in Washingtonund -Mahnmal in Berlin sind sakrale Orte geworden. Hier werden die Erinnerung die Millionen Juden, die dem Holocaust zum Opfer fielen, bei Staatsbesuchen und anderen Anlässen sowie jährlich am Tag des Reichskristallnacht usw. in alle Ewigkeit wachgehalten. Dieser Kult kennt keine Vergebung der Schuld, eine Institution sowohl der östlichen sowie der westlichen Christen. Der Holocaust-Kanon hat seinen Ursprung in der strengen deutsch-protestantisch-jüdischen Tradition. Es gibt kein Entrinnen, weder für Opfer noch für Täter. Für die letztgenannten und ihre Nachkommen gibt es kein Erbamen, keine Vergebung. Um dieses Phänomen zu begreifen, ist die Lektüre von Mircea Eliade und Claude Lévi-Stauss über die Religionen unabwendbar. Beide haben die Grundsätze, nach dem die Religionen aufgebaut sind und ihre Interaktion mit der Gesellschaft, paradigmatisch analysiert und dargestellt. Dieser Kult kämpft wie alle Religionen mit alle Mitteln darum, um seine gesellschaftliche Position zu erhalten und neue Gleichgesinnten zu gewinnen. Es wird keine Innovationen, keine Kritik akzeptiert. Und wie in allen Glaubensfragen, kann die Sensibilität, die innere Welt dieses Kults wahrscheinlich nur von denen hundertprozentig verstanden werden, die dem Holocaust-Kanon verpflichtet sind. Auf die Trennung zwischen Heiligem und Profanem wird großen Wert gelegt. Der Begriff Industrie des Holocausts ist Blasphemie! Gegenwärtig entzündet sich die Debatte daran, daß sich im Laufe der Zeit nolens volens eine quasi-anonyme und schwer greifbare Instanz herausgebildet hat, die Urteile über diejenigen fällt, die Kanon und Hierarchie des Holocaust-Kults nicht ausreichen beachten. In den 80er Jahren hat sich bereits Dr. Jenninger, der ehemalige Bundestagspräsident, in dieser Hinsicht zu weit aus dem Fenster gelehnt. Er wollte sich in der Situation vor 50 Jahre zurückversetzen und hat damit unversehens den Kanon, die Sensibilität der Juden verletzt. Das Ergebnis war seine Beförderung zum Botschafter im Ausland. Er ist bis heute vom politischen Parkett verschwunden. Im 16 Jahrhundert haben sich die deutschen Protestanten vom Heiligen Römischen Reich entfernt, um der lateinischen Autorität Roms zu entkommen. Deshalb sind sie heute von dieser neuen universalen – das heißt quasi römisch-katholischen –Instanz irritiert, denn sie stört die persönliche und unmittelbare Transzendenz Martin Luthers. Gibt es wirklich eine neue Instanz zwischen dem protestantisch-deutschen Gewissen und Gott? Wenn ja: Warum braucht man sie? Wer konstituiert sie? Wo ist sie zu lokalisieren? Auf die Autorität des Heiligen Stuhls kann sie sich weder nach jüdischem noch nach protestantischem Verständnis berufen. Dies sind nur einige der Fragen, die die Deutschen gegenwärtig bewegen. Besonders nachdem Goldhagen, dessen Vater aus Rumänien stammt, erneut demonstriert hat, daß alle Christen und besonders die Protestanten Antisemiten seien, und nachdem Martin Walser in einer Sonntagsrede sein Unbehagen über die Dauerpräsentation der Naziverbrechen geäußert hat. Sofort hat der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, vehement protestiert, und auch Richard von Weizsäcker, ehemaliger Bundespräsident mahnte, der Streit um das richtige Andenken an den Holocaust drohe außer Kontrolle zu geraten. Wessen Kontrolle? Wurde von unverdächtiger Seite gefragt und: Warum überhaupt Kontrolle? Das Buch Finkelkrauts setzt diese Disskusion fort. Es gibt also eine Grenze der Kollektivschuld, die nicht übertreten werden darf und eine neue quasi-Instanz zwischen den deutschen Protestanten und Gott. Gleichzeitig fordern Juden der jüngeren Generation zur Zürückhaltung auf, und deutsche Jugendlichen empfinden nicht länger persönliche Schuld für die Naziverbrechen. Steht ein neuer religiöser Krieg bevor oder befinden wir uns am Anfang einer Versöhnung aller Deutschen und des europäischen Judentums mit dem Heilgen Stuhl? Für den einfachen Bürger es ist schwer, zwischen römisch-katolischen und protestantischen Normen der Europäischen Union zu unterscheiden. Die EU gründet auf der Basis der 2000jährigen römisch-christlichen gemeinschaftlichen Errungenschaften. Hüter dieses Erbes ist der Papst, der Patriarch des Abendlandes. Mit der Zeit werden Martin Luthers Lehre und der Holocaust in die Geschichte integriert. Davor haben Protestanten und Juden Angst. Ist der Holocaust der Prüfstein auf dem Weg aller EU-Bürger nach Rom? Werden auch die europäischen Juden Schutz und Hoffnung beim Heiligen Stuhl suchen? Sind Kommunismus und Nationalsozialismus die letzten Hürden auf diesem 2000jährigen Weg? Die jüdische Gemeinde in Deutschland spürt, daß der Holocaust-Kult allmählich in das EU-Gewissen integriert wird und daß das Mahnmal in Berlin zur einer Touristenattraktion verkommen kann, zu einem "Abwurfort für Kränze", wie es ein besorgter Vertreter der jüdischen Gemeinde zum Ausdruck brachte. Sie wehren sich gegen diese Tendenzen, ohne allerdings eine Alternative zu bieten. Für Bundeskanzler Gerhard Schröder ist seine neue Berliner Republik im guten Sinne deutsch, er wünscht sich, daß das Holocaust-Mahnmal ein Ort ist, zu dem die Leute gerne hingehen. Auch in Rumänien hat der Oberrabbiner Moses Rosen die Implementierung des Holocaust-Kanons versucht, aber das Ergebnis war auch unter Staatspräsident Ion Iliescu bescheiden. Der neue Oberrabiner haben indes fast resigniert. Der Vorstoß, România Mare unter Iliescu und Constantinescu wegen Verletzung des Holocaust-Kults zu verbieten, ist bis gescheitert und die Popularität der "jüdischen Partei" (PD) ist unter diejenige von România Mare gesunken. Es ist schwer, ohne eine Besatzungsarmee, die Rumänen zu überzeugen, daß sie die Mentalität und die kriminelle Energie der Endlösung haben. Sie waren, eher Gefangene und Opfer des Krieges, aus dem sie als Geiseln und Knechte entlassen worden sind. Heute betteln sie sich von einem IMF-Kredit zur nächsten, um zu überleben. Die Rumänen in den beiden Staaten diesseits und jenseits des Prut glauben nicht, daß ihr Nationalheld General Ion Antonescu 400.000 Juden umgebracht hat, daß der Altar zwischen Orthodoxen und Gott durch eine andere Instanz ersetzen werden kann oder daß es keine Erlösung mehr gibt – nicht zuletzt, weil sie auf den Juden Nicolae Steinhart, gestorben als rumänisch-orthodoxer Mönch, stolz sind. Und sie fördern die Partei der Juden als Bindeglied zum politischen und wirtschaftlichen Geschehen im Westen. Ein historischer Rückblick hilft, die Rolle und Position der Juden in Rumänen zu verstehen: Nach der Emanzipation der rumänischen Fürstentümer Moldau und Walachei von dem politischen und außenwirtschaftlichen Monopol der Phanarioten haben die Juden die Modernisierung der Wirtschaft und ihre Orientierung nach Westen vorangetrieben. Die jüdische Frage war beim Berliner Kongreß 1878 der Prüfstein zur Erlangung der staatlichen Unabhängigkeit. Zwischen den Weltkriegen haben die fast eine Million Juden ihre Modernisierungsarbeit vorgesetzt. Im Zweiten Weltkrieg hing über der rumänischen Staatlichkeit sowie über der Existenz der Juden das deutsche NS-Damoklesschwert. Trotzdem gab es in Rest-Rumänien (ohne Nordwest-Transilvanien, Bessarabien, Nord-Bukowina und Cadrilater) 1947 mehr Juden als 1930 (325.878 gegenüber 381.827) ein Einzelfall in NS-Europa, der einen rumänischen Holocaust-Kult unglaubwürdig macht. Unter den Sowjets haben sich die Juden für die kommunistische Entwicklungsdiktatur, für die neue Modernisierung stark gemacht. Sie waren bis zum Aufstieg Elena und Nicolae Ceausescus die treibende Kraft und haben zur Entmachtung der bürgerlichen parasitären Stadt beigetragen. Während der Weihnachtsrevolution 1989 standen sie, wiederum in Mission Moskaus und des Westen, am Steuer der Nationalen Rettungsfront (Frontul Salvarii Nationale) und haben die Grenze für den Kapitalismus auf breiter Front geöffnet. Die Juden Silviu Brucan, Petre Roman und Teodor Brates haben direkt zur Liquidierung des Ehepaares Ceausescu beigetragen. Diese zweihundertjährige gemeinsame Geschichte verhindert sowohl die glaubwürdige Ausübung der Holocaust-Religion als auch die Entstehung eines kollektiven Schuldkomplexes, wie er offenbar in Deutschland auch nach der Wiedervereinigung und der Wiedererlangung der Souveränität noch besteht. Andererseits können die Rumänisch-Orthodoxen keine Religion ohne Erlösung interiorisieren, auch wenn Karl Marx Atheismus jahrzehntelang als Staatsreligion gefeiert wurde und jetzt durch ein Holokaust-Kult ersezt wird. In der Vergangenheit wäre auch nur die Erwähnung der Existenz der Juden in Rumänien als Anstiftung zum Rassenhaß denunziert worden, als ob Rumänen und Juden Rassen seien. In Deutschland gibt es nach zwei verheerenden Weltkriegen, dem Holocaust und 50 Jahren Dauerpräsentation der Naziverbrechen einen Wunsch nach Distanz. In der Vergangenheit wurde in Rumänien die Verwendung der Begriffe Religion, Kult oder Erlösung als wichtige menschliche Orientierungssysteme und Jude als ethnisch-religiöse Zugehörigkeit verworfen, weil sie 50 Jahre auf einer Tabuliste der kommunistischen Regierung standen. Die Spuren dieser Mentalität sind bis heute nicht verwischt. Deshalb ist ein objektiver Diskurs über Kommunismus und Holocaust erforderlich, wie ihn die erste Nummer der Neuen rumänischen Zeitschrift (Noua Revista Româna) aus Bukarest eingefordert hat. War der Holocaust ein rumänischer Plan? Wer hat die 400.000 rumänischen Juden aus dem amputierten Rumänien (ohne Nordwest-Transilvanien, Bessarabien, Nord-Bukowina und Cadrilater) ermordet? Hitleranhänger, Madjaren oder Rumänen? Ist Antonescu als Statthalter Hitlers genauso kriminell wie dieser? Soll sich das heutige Rumänien wie Deutschland verhalten und auf dem Holocaust-Altar Opfer bringen? Sind die Rituale des Holocausts in den rumänisch-westlichen Beziehungen unentbehrlich? Können nicht an ihre Stelle sowie an die Stelle der Rückgabe des jüdischen Vermögens eine Förderung der "Jüdischen Partei" (PD) oder Aufbauleistungen in Israel durch rumänischen Gastarbeiter treten? Wird der Holocaust-Kult die Rumänsich-Orthodoxen, die Griechisch-Katholischen, Rumänien und Moldawien der EU bzw. dem Heiligen Stuhl näher bringen oder wird er eher die Wiederherstellung des protestantisch-orthodoxen Zusammenhalts unter der Führung Moskaus und eine Rückkehr in die bekannte Isolation erzwingen? Wird die byzantinische Despotie mit jüdischen Vermittlern wieder auferstehen? Ist auf byzantinisch-orthodoxer Grundlage eine Integration in euro-atlantische Strukturen, wirtschaftlicher Aufschwung und Teilhabe an der Globalisierung möglich? Dies sind nur einige der Fragen, die nach Antworten rufen. Deutschland, nach der Wiedervereinigung stärker geworden, bekennt sich ohne Wenn und Aber zu EU und NATO und distanziert sich von Kommunismus und Holocaust. Der Schriftsteller Martin Walser möchte nicht einmal mehr an die Naziverbrechen erinnert werden. Die deutsche Bevölkerung, überwiegend nach 1945 geboren, glaubt nicht an eine Verantwortung für die Taten der Generation der 30 Jahre. Außerdem ist die DM und die Nationalgrenze in der EU verschwinden. Es handelt sich sowohl um geopolitische als auch um sozio-ökonomische und kulturelle Konturen. Für Rumänien und Moldawien ist unklar, ob, wann und wo sie integriert werden, ob gemeinsam oder getrennt. Seit 1989 versprechen alle Politiker den Goldenen Westen. Währenddessen haben die geistlichen Führer – unter dem Druck des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Bukarest im Mai 1999 – an den Verhandlungstisch gefunden. Orthodoxen und Katholiken suchen nun nach einer gemeinsamen Perspektive. Bis diese nicht definiert ist und glaubwürdig praktiziert wird und die Führer der Nation einig sind, bis dann tritt man auf der Stelle. Wohin geht man? Nach Osten predigt die Heilige Synode der Rumänischen Orthodoxe Kirche. Nach Westen sagen alle Wende-Politiker in Bukarest. Welche Marschroute die rumänischen Führer auch immer ausgeben, sie sollten Michail S. Gorbatschows Warnung im Ohr behalten: Wer zu spät, den bestraft das Leben. Holocaust und Klassenkampf haben die Deutschen als grausame Irrwege erfahren. Sie haben darüber hinaus erkannt und gelernt, daß es für sie keinen anderer Weg gibt als die Wiedervereinigung und die Hinwendung nach Westen (EU/NATO), nach Rom gibt, wo 1956 die Grundlage der EWG/EU gelegt worden sind. Das Andenken an den Holocaust ist für sie eine Verneigung vor den Opfer der schlimmen NS-Vergangenheit, die zugleich geholfen hat, den Wiederanschluß an die westlich-römische Zivilisation zu finden. Den Rumänen wurde der Kommunismus oktroyiert, sie haben keine Endlösung geplant oder praktiziert. Deshalb haben sie eine gewisse Distanz zu beiden. Diese hindert sie vielleicht daran zu erkennen, daß sie den Hintergrund der ganzen Problematik, die lateinische gemeinschaftliche Errungenschaften Roms, nicht umgehen können. Deutschland hat dieses Hindernis hinter sich und den Weg nach "Europa", nach Rom gefunden. Dieser Prozeß ist in Rumänien und Moldawien noch nicht abgeschlossen. Prof. Dr. Viorel Roman, Akademischer Rat an der Universität Bremen, Vor dem Steintor 18, 28203 Bremen
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