Viorel ROMAN
Despre Viorel ROMAN
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Die Angst vor Freiheit
2010-03-06
inapoi
Die Angst vor der westlichen Freiheit
Die Rumänen haben während der Weihnachts-Revolution von 1989 nur eine Ration westlicher Freiheit erhalten oder sie wurde ihnen brutal aufgezwungen. Ob es nur ein Staatsstreich war - diese Frage ist bis heute ungeklärt.
Die orientalische marxistisch-leninistische Sklaverei war nicht mehr aufrecht zu erhalten, aber die neue, nach Westen orientierte Freiheit ohne Wahrheit und Gerechtigkeit ist nicht viel Wert. Schließlich wechselte die internationalistische prorussische Fraktion die nationalistische Führung: Nicolae und Elena Ceausescu – Ion Iliescu. Das Verlangen nach einer direkten militärischen Intervention in Bukarest lehnte Moskau ab.
Nach 1000 Jahren orientalischer griechisch-orthodoxer Unterwerfung und einem halben Jahrhundert Lügen und Erniedrigungen im orthodox-kommunistischen Lager der zweiten und dritten Roms, Konstantinopels und Moskaus die Angst vor der Freiheit überhaupt verschwindet auch bei den Rumänen nicht über Nacht.
War es vorher nicht besser? Die orthodox-kommunistische Entwicklungsdiktatur hat den Bauern in der Stadt und im Industriezeitalter gefördert. Lässt sich Römisches Recht, Vertragskultur, Kapitalismus mit den moldau-wallachischen Werten und den orientalischen Traditionen überhaupt vereinbaren?
Die orientalische und okzidentalische Freiheit sind so verschieden, wie die religiöse Tradition des Ostens und Westens seit der Kirchenspaltung von 1054 voneinander abweichen. Freiheit ist philosophisch und realpolitisch nicht überall gleich. Alle wollen frei sein, Moslems und Israeliten in Israel, in Tibet, die Buddhisten und die Konfuzianer, auf dem Balkan, in Rumänien, die Orthodoxen und die Katholiken, im Irak, in Afghanistan, in Russland und an vielen anderen Orten.
In dem Artikel Die Scham orthodox zu sein, stellt C. Coman fest, dass während des eiligen Marschs nach Europa (EU), unsere Regierenden merken, dass die Orthodoxie ihnen wie ein Klotz am Bein hängt... das wird nicht offen gesagt, aber es ist für jeden auffällig, der aufmerksam betrachtet ... es ist ein Dilemma, das natürlich niemand aus den Reihen unserer gegenwärtigen Regierung und der größte Teil unserer Intellektuellen zur Sprache bringen ... es geht aber um Annahme oder Ablehnung unserer nationalen orthodoxen Identität ... und die sogenannten Elite ist auffällig beschämt, einer orthodoxen Gemeinschaft anzugehören. In: Scrisoare Duhovniceasca, Mitropolia Ortodoxa”, Regensburg, 10/1998. Ist es wahr, was uns der Priester und der Professor sagen?
Die Mönche haben im Heiligen Römischen Reich die Theologie der Arbeit ins Leben gerufen: Römisches Recht, Bürokratie, die Konflikte friedlich löst, Buchführung, Investitionen über mehrere Generationen, Kathedralen. Der Mensch im Westen als aktives, schöpferisches Wesen mit klaren Verpflichtungen gegenüber Gott und der Gesellschaft wird im Osten ganz anders gedeutet.
Kapitalismus ist für Max Weber nur eine Schöpfung der protestantischen Arbeitsethik. Auch Karl Marx sah, dass die Dynamik und die Rationalität des Kapitals im Westen mit dem kontemplativen Osten schwer zu vereinbaren sind. Die Orthodoxie lehnt den Kapitalismus, den Wettbewerb zwischen den Brüdern, die Kälte des Vertrages ab. Sie verletzen die Nächstenliebe.
Die Christen im Osten bevorzugen die Kontemplation und streben nach der spirituellen Erhabenheit. Die Auferstehungsfeste sind richtungweisend in der Orthodoxie - nicht Weihnachten, die Ankunft Gottes in unserer Mitte, wie im Okzident. Tausend Jahre christlicher Verlagerung des Schwergewichts des Glaubens, links und rechts des Eisernen Vorhangs, verdeutlichen auch den Unterschied zwischen Kommunismus und Kapitalismus während des Kalten Krieges. Es geht immer um Freiheit und Wahrheit. Welche?
Aber auch heute sehen die orthodoxen Fundamentalisten weiterhin im Westen den Antichristen, die Klassenfeinde oder den seelenlosen Roboter. Die Wende der Moldau-Wallachen aus dem Osten / Moskau in den Westen / Rom, setzt natürlich einen Paradigmen-Wechsel voraus. Ein Dialog, die Einigung ist unvermeidbar.
Die Orthodoxen wollen der Welt auch ihren frommen Reichtum vermitteln und sich den materiellen Reichtum des Westens annäherungsweise zunutze machen. Aber die Arbeitsmoral nach westlichem Maßstab hat die Welt erobert, nicht die orientalische Kontemplation.
Konstantinopel hat vor der muslimischen Bemächtigung kapituliert. Ist die orthodoxe Weltanschauung mit dem Kapitalismus als ihre Religion kompatibel?
Auf dem Weg zur Freiheit sind Ängste und Nostalgie nicht neu. Auf dem Weg in das Gelobte Land, berichtet die Bibel, wie viele die Sicherheit im Sklavenhaus vermissten und um das Goldene Kalb tanzten. Wie in Rumänien. KPR, FSN, PDSR, PSD hat sich demokratische behauptet und der Marxismus, eine prometheische Religion, die der Himmel auf Erden realisieren will, wird von der Orthodoxie als Trojanisches Pferd gegen den Westen weiterhin gebraucht.
Ceausescu konnte hinter dem Eisernen Vorhang Moskaus leicht lügen und das Recht brechen. Iliescu setzte die bekannte russische Strategie der verbrannten Erde fort: Privatisierung der Armut und der persönlichen Sicherheit; Zerschlagung des Gesundheits- und des Bildungswesens; flächendeckende Korruption und Elend; massenhafte Flucht der Arbeiter in den Westen, Angst vor der westlichen Freiheit.
Trotzdem hat der Besuch von Johann Paul II das Land nach Europa geführt. Habt keine Angst! rief der Papst in Bukarest 1999. Danach war Traian Basescu wegen seiner Wahrheit und Gerechtigkeitsversprechen (D.A. - Dreptate si Adevar) gewählt worden.
Die Wähler haben verstanden, dass auf dem Weg nach Westen, eine Überwindung der Lügen und der Ungerechtigkeit der kommunistischen Vergangenheit notwendig sei. Die Rumänen sind unzufrieden, weil die Lügen und die Ungerechtigkeit offensichtlich sind. Angst und Frustration sind allgegenwärtig. Ohne Wahrheit und Gerechtigkeit bleibt die Sklaverei.
Jetzt diktieren die Oligarchen was politisch korrekt ist. Was ist Wahrheit? Gibt es sie überhaupt? Was ist der Mensch und wie kann er sich und seine Gesellschaft als Ganzes verwirklichen?
Für die Christen sind Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit Gott gegeben. Sie stehen nicht zur Disposition. Die politische Führung, die diese religiösen Gebote oder modern ausgedrückt, zivilisatorischen Standards, nicht respektieren, haben keine Legitimation.
Im nationalistischen, imperialistischen Zeitalter schien der Staat die Freiheit und die Gerechtigkeit zu garantieren, aber wenn diese nur auf die Interessen des Staates reduziert werden, dann unterscheidet es sich laut Augustinus wenig von einer gut organisierter Räuberbande.
Die individuelle sowie die gesellschaftliche Freiheit müssen immer wieder mit Wahrheit und Realität konfrontiert werden. Die Geschichte der Freiheit zeigt eine aufsteigende Linie, die aus den zehn Geboten noch entziffert werden kann. Vom Imperium Romanorum zur EU / NATO gibt es eine Entwicklung zu mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.
Die Übertragung der Souveränität an die EU ändert die Lebensbedingungen der Rumänen radikal. Aber so wie jede Philosophie eine religiöse Tradition im Hintergrund hat, so brauchen sie den Dialog, die Union mit Rom. Die politische Hinwendung zu Wahrheit und Gerechtigkeit sind Schritte auf dem Weg nach Europa, wo die Angst vor der westlichen Freiheit unbegründet ist.
www.viorel-roman.ro
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