Viorel ROMAN

Germanen und Rumänen 2006-04-20
inapoi
GERMANEN UND RUMÄNEN ALS ERBEN ROMS

Prof. Dr. Viorel Roman,
Akademischer Rat an der Universität Bremen
www.viorel-roman.ro

XIV International Economic History Congress, Helsinki, Finland, 21 to 25 August 2006. Session 44: Identity, Globalization and Universality in the Eastern and Central European Economic Area – Evolutions and Involutions in the Modern and Contemporary Period. Experiences, Meanings, Lessons.

Westrom, Ostrom und der Islam sind Erben des monotheistischen Imperium Romanum. Nach dem Zusammenbruch Roms und der Taufe der germanischen Stämme begann mit Karl dem Großen, dem Kaiser des Abendlandes, eine neue Ära Europas und der Kirche.
Die Übertragung der Cäsarenwürde in Rom auf den Frankenkönig (800) war ein Ereignis von ungeheurer, einschneidender Bedeutung. Durch die Entstehung des fränkischen Reiches war Ostrom (Byzanz) an den Rand gedrängt, der Germanenfürst rückte als tragende Säule in die Mitte des Weltreiches. Es folgte ein Skandal - 1054 Schisma zwischen Rom und Byzanz.
Der neue Imperator kannte das Buch „Der Gottesstaat“ (Civitate Dei) des Heiligen Augustinus, dennoch fühlte er sich mehr als „Franke“ denn als „Römer“. Weder er noch seine Nachfolger haben die universelle Dimension ihrer heiligen imperialen Mission voll verinnerlicht. So erklärt sich die fortwährende Spannung zwischen Kaiser und Papst – bis nach Canossa.
Die Kreuzzüge (1096-) sollten als erstes imperiales Projekt der „Franken“ das Heilige Grab in Jerusalem vom Islam befreien und die alte christliche Ordnung rund um das Mittelmeer –das mare nostrum – wiederherstellen. Sie sind gescheitert, obwohl sie Ostrom mit Westrom für kurze Zeit vereint hatten. Der 4. Kreuzzug eroberte Konstantinopel (1204). Die Griechen aus Byzanz boykottierten diese neue unbarmherzige christliche Einheit Roms, und der Ost-West-Konflikt wurde akut.
Die christliche Konfrontation nutzte nur dem rasch sich ausbreitenden Islam. Deshalb stellten der Papst und der Kaiser von Byzanz im Konzil von Florenz (1439) die Gleichberechtigung des lateinischen und des griechischen Ritus wieder her. Aber die deutschen Fürsten folgten dieser Entscheidung nicht, so dass der Bruch zwischen dem östlichen und westlichen Christentum unvermeidlich wurde. Die Türken besetzten Konstantinopel (1453); ein eiserner Vorhang schob sich zwischen Ost- und Westeuropa, von den Osmanen in Istanbul bewacht.
Die Unstimmigkeit zwischen Rom und den deutschen Fürsten über die Frage, wer ist entscheidender, Papst oder Konzil, konnte nicht beigelegt werden. Die Vorstellung den Fürsten – Versammlung, nicht Papst ist ausschlaggebend – degenerierte zu einem offenen Protest. Die Reformation und die Protestanten Martin Luthers – ein genialer Übersetzer und Agent der Fürsten – führten zur Abschaffung der lateinischen Tradition nördlich der Alpen und zur Sprengung der Legitimation des Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, auch „Erstes“ oder „Altes Reich“ genannt. 1517 beginnt die Reformation. Seitdem leben die Protestanten „ohne Kompass“, ohne Reich und außerhalb der universellen Kirche. Sie beten in Gebetshäusern und haben ein gestörtes Verhältnis zu Rom, dem Heiligen Römischen Imperium, zur Europäischen Union.
Wegen der theologische Auseinandersetzung zwischen Katholiken und Protestanten über den Vormachtsanspruch von Papst oder Konzil brach 1618 der Dreißigjährige Krieg aus. „Dieser unser teutscher Krieg“, wie Grimmelshausen das Morden, Sengen und Brennen nannte, das zwei von drei Deutschen das Leben kostete, wurde zum Urtrauma des modernen Deutschlands, vor dem Ersten Weltkrieg und vor Napoleon (Michael Stürmer in „Die Welt, 25. März 2006)
Um das Massaker zwischen den christlichen und deutschen Brüdern zu beenden und zumindest die Aufwärtsbewegung des Islams zu bremsen, akzeptierte der Papst zu guter Letzt die Protestanten als gleichberechtigte Gesprächsteilnehmer. So fingen die moderne Diplomatie und die sog. „nationale Unabhängigkeit“ der Völker in Europa und in der ganzen Welt an. Bis dahin war Deutschland unter allen europäischen Ländern am wenigsten Staat und die Germanen am wenigsten Nation. Es war immer mehr und wenig zugleich, und das Vaterunser erwähnt das Reich zweimal, das von dieser Welt war, auch von jener.
Der Westfälische Frieden stellte Katholiken und Protestanten 1648 gleich – cuius regio, eius religio. Seitdem gilt das moderne Prinzip „Gleichheit“ für alle, auch für Orthodoxe, Muslime, Juden, Gottesleugner etc. Diese Entwicklung führte zur Französischen Revolution 1789 und der Verehrung der Rationalität. Das wissenschaftliche Heidentum als Religion.
Trotz dieser theologischen Wirren und der verheerenden religiösen Kriege lebte das tausendjährige Heilige Römische Reich Deutscher Nation weiter, bis 1806 Napoleon die imperiale Mission der Germanen beendete. Sie haben sich bis heute von diesem Schock nicht erholt. Die gewaltigen multinationalen Armeen, die rauschenden Siege Napoleons und sein Marsch auf Moskau begeisterten die Deutschen. Das wollten sie auch tun!
Heinrich Heine hatte 1835, hundert Jahre vor Hitler, diese Vision: „Das Christentum – und das ist sein schönstes Verdienst – hat jede brutale germanische Kampfeslust einigermaßen besänftigt, konnte sie jedoch nicht zerstören, und wenn einst der zähmende Talisman, das Kreuz, zerbricht, dann rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige Berserkerwut, wovon die nordischen Dichter so viel singen und sangen. Jener Talisman ist morsch, und kommen wird der Tag, wo er kläglich zusammenbricht. Die alten steinernen Götter erheben sich dann und reiben sich den tausendjährigen Staub aus den Augen, und Thor mit dem Riesenhammer springt endlich empor und erschlägt die gotischen Dome… Und wenn ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wißt: Der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusch werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in der fernsten Wüste Afrikas werden die Schwänze einkneifen und sich in ihre Höhlen verkriechen. Es wird ein Stück aufgeführt in Deutschland, wogegen die Französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte. Und die Stunde wird kommen. Wie auf den Stufen eines Amphitheaters werden die Völker sich um Deutschland herumgruppieren, um die großen Kampfspiele zu betrachten.“ (s. „Über Deutschland“)
Verwirrt durch die verlorenen Kreuzzüge, entgleist durch die Reformation, dezimiert durch die Religionskriege, außerhalb der Kirche und der römischen Zivilisation geraten, verblendet von der Vernunft-Religion der Französischen Revolution sowie von den Triumphen Napoleons und der tausendjährigen imperialen Identität beraubt, stürzten sich die Deutschen kopflos in Rationalismus, Materialismus und Nationalismus und begeisterten sich für die Secondhand-Identität des „Zweiten Reichs“: Das „Deutsche Reich“ war eng verbunden mit Berlin, Bismarck und dem Protestantismus; es war ausnahmslos romfeindlich.
Die Inkompatibilität zwischen dem Altruismus „der heiligen Mission“ des römisch-germanischen Kaisers aller Christen und dem degenerierten Egoismus – „Sonderweg“ – und Nationalismus der Protestanten führte unvermeidlich in die Schützengräben und die Katastrophe des 1. Weltkriegs, 1914-1918.
Der Vertrag von Versailles hat Deutschland demütigten wollen und es mit Lasten beladen, die die Menschen in die Radikalisierung trieben. Die deutsche Tragödie setzte sich nahtlos fort, weil die Ursache der schweren Niederlage nicht verstanden worden war. Die Verantwortung blieb diffus. So haben sich die Deutschen weiterhin in Nationalismus, Protestantismus, Kapitalismus, Rom-Feindlichkeit verschanzt und, mehr noch, dieses ideologische Amalgam als „Nationale Religion“ mit Beifall überschüttet.
Mit Weitsicht sagte 1918 der Psychologe C.G. Jung den Ausbruch des Nationalsozialismus voraus: „Das Christentum zerteilte den germanischen Barbaren in seine untere und obere Hälfte, und so gelang es ihm – nämlich durch Verdrängung der dunklen Seite – die helle Seite zu domestizieren und für die Kultur geschickt zu machen. Die untere Hälfte aber harrt der Erlösung und einer zweiten Domestikation. Bis dahin bleibt sie assoziiert mit den Resten der Vorzeit, mit dem kollektiven Unbewußten, was eine eigentümliche und steigende Belebung des kollektiven Unbewußten bedeuten muß. Je mehr die unbedingte Autorität der christlichen Weltanschauung sich verliert, desto vernehmlicher wird sich die „blonde Bestie“ in ihrem unterirdischen Gefängnis umdrehen und uns einem Ausdruck mit verheerenden Folgen drohen.“ (GW X, §17)
Der wirklichkeitsferne Sozialismus versuchte, den nationalistischen und kapitalistischen Flaschenhals der 20 Jahren zu überwinden. Aber auf der rational-materialistischen Linie war der Erfolg des charismatischen Agitators Adolf Hitler vorprogrammiert, ein Produkt des Hasses in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Seine „National-Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei“ übernahm 1933 die Macht und versprach die Wiederherstellung von Freiheit, Ehre, Größe Deutschlands und schuf nach kurzer Zeit „Das Dritte Reich“, das noch schneller als das „Zweite Reich“ den Weltkrieg erklärte und dem blutigen Untergang geweiht war.
Neben den alten Bekannten Rom-Feindlichkeit, Nationalismus und Sonderweg, wurde im „Großdeutschen Reich“ auch wissenschaftlicher Rassismus, Sozialismus und Antisemitismus salonfähig. Papst Pius XII. erkannte die mörderische Sprengkraft dieses ideologischen Hexengebräus und warnte mit seiner allbekannten Enzyklika „Mit brennender Sorge“.
Die Katastrophe und die Verwirrung des 1. Weltkriegs degenerierten schnell in den 2. Weltkrieg, zumal der allmächtige Führer viel weniger politischen Realitätssinn hatte, von Schuldbewußtsein ganz zu schweigen, als seine illustren Vorgänger Karl der Große, Luther, Friedrich II., Bismarck oder Wilhelm II. Wieder senkte sich der Eiserne Vorhang zwischen Ost- und Westeuropa. Die Rote Armee bewachte es.
Seit tausend Jahre schwanken die Germanen zwischen der „imperialen heiligen Mission“ als weltzugewandte „Römer“ und dem Erbe der derben „Franken“ - mit tragischen Folgen für sie selbst, für Europa und für die ganze Welt.
Nach Materialismus, Rationalismus, Französischer Revolution, Napoleon, Nationalismus, Sozialismus, National-Sozialismus und zwei Weltkriegen versuchten die Katholiken Schumann, Adenauer, de Gaspari und de Gaulle mit der Europäischen Union Anschluss an das Sanctum Imperium zu finden. 1957 begründen die Römischen Verträge die EWG. 1989 folgte die Aufhebung des Eisernen Vorhangs.
Die geschundenen Deutschen sind emotionel sehr instabil, zumal nach der Wiedervereinigung die Protestanten wieder die Mehrheit haben und mit Berlin liegt die Reichshauptstadt wieder außerhalb des römischen Limes. Bonn war noch in den Grenzen des Römischen Reiches. Genius loci.
Aber als alles gegen die Deutschen sprach, hat 2005 die Wahl Benedikts XVI. – des ersten deutschen Papstes seit der Reformation – sowohl alle Irrungen der Germanen und deren „nationaler“ (!) Reiche, als auch die heilige imperiale römische Mission Karls der Große wieder in das westeuropäische Bewußtsein gebracht. Der Karlspreis, der in Aachen verliehen wird, ist die höchste, noch inoffizielle, Auszeichnung der Europäischen Union.
In der Europäischen Union sind das Römische Recht, acquis comunitär, der Euro, die erfolgreiche gemeinsame Währung, ein Parlament und eine Zentralverwaltung schon da, es fehlt noch der christliche Kaiser. Der soll, wie im Imperium Romanum und im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, „Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden“ in Deutschland, Europa / EU und in der ganzen Welt garantieren.
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Schon der Name Romania mit seinem Bezug auf das antike Rom zeigt Ursprung und Bestrebung dieses Volkes. Als alleinige Nachfolger der romanisch-orientalischen Welt suchen die Rumänen im Spannungsfeld der Großmächte seit Jahrhunderten die Verbindung zum Westen.
395 A.D. wurde das Imperium Romanum geteilt in Ost und West. Seitdem lebten die Rumänen im Machtbereich Ostroms, des Oströmischen Reiches, des türkischen Sultans, des slawischen Zaren, der orthodoxen Patriarchen, des kommunistisch-orthodoxen Lagers.
Im 7. Jh. begann ihre Tragödie, als die Griechen die Macht in Byzanz übernahmen und mit Hilfe der Slawen die Romanen eliminierten oder assimilierten. Die Rumänen hatten keine direkte Verbindung zur romanischen Staatenwelt. Südlich der Donau lebten nur Rumänen. Nördlich, wo sie mehrheitlich überlebten, mußten sie sich seit dem Ende des ersten Jahrtausends dem Joch der griechisch-slawischen Oberherrschaft beugen. So kamen sie nolens, volens in das griechisch-slawische, danach auch türkische, antilateinische Lager, obwohl sie sich selbst als Romanen – Nachfahren der Römer – definieren.
Im Jahr 1000 verzichteten die Madjaren auf die Weihen aus Konstantinopel zu Gunsten Roms und schufen in Pannonien einen Zwischenraum im griechisch-slawischen Eisernen Vorhang, von Baltikum zur Adria. Das brachte eine Atempause für die Rumänen nördlich der Donau, aber nicht lange, weil die zur Orthodoxie bekehrten Bulgaren die Rumänen zwangen, den griechisch-slawischen Glauben und die Hierarchie zu übernehmen. Danach wurde die Lateinische Sprache in den rumänischen Kirchen verboten. Wer dagegen verstieß, dem drohten die griechisch-slawischen Popen damit, die Zunge herauszuschneiden. Die Madjaren akzeptierten nur die madjarisierten Rumänen.
1600, als das Rumänentum am Boden lag, erhob sich Fürst Michael der Tapfere und vereinigte die Donau-Fürstentümer mit Hilfe des römisch-germanischen Kaisers. Ein Jahrhundert später kamen die Truppen des Heiligen Römischen Reiches durch die ungarische Bresche nach Transsilvanien und förderten die Union der Rumänen mit Rom. Der Emanzipation der Rumänen widersetzten sich vergeblich die Madjaren, Slawen und Griechen.
1700 fand endlich die Union mit Rom statt. Danach lehrte man in Blaj - „Klein-Rom“ - Rumänisch mit lateinischen Lettern und versuchte, Anschluß an die alte Würde und die Tugenden der verlorenen römischen Legionen zu finden. Der Kampf mit Russen, Türken und Österreich-Ungarn war natürlich hart. Nach dem Zusammenbruch der drei Reiche entstand mit West-Hilfe, wie Phönix aus der Asche, Groß-Rumänien 1920. Der Traum Michaels des Tapferen und der Transsilvanischen Schule (Scoala Ardeleana) der Unierten wurde Wirklichkeit.
Auch nach 1920 erreichte das Unierte Projekt, die Union Romania Mare mit Rom, aus Transilvania, Moldau und Walachei nicht. Die Elite in Bukarest blieb „den schweren Ketten der Orthodoxie aus Konstantinopel und Moskau“ treu. Die s.g. sekularisierten Orthodoxen unterwühlten eine Hinwendung nach Rom, nach Westen, mit Hilfe der deutschen Dynastie, der Freimaurer, der Juden und einer nur scheinbar abendländischen Kultur. Der Zusammenbruch des Landes der orthodoxen Rumänen, das sich nur westlich gab, war vorauszusehen.
1940 wurde Groß-Rumänien geteilt, in den Weltkrieg hineingezogen und danach den orthodoxen, marxistisch-leninistisch getarnten Russen übergeben. Nach dem Krieg wiederholte sich unter den Russen die Erfahrung, die die Rumänen eintausend Jahre zuvor mit den Bulgaren gemacht hatten: Stalin massakrierte die westliche Elite und verbot jegliche Hinwendung nach Rom. Die Unierte Kirche wurde verboten bzw. 2000 Kirchen und eineinhalb Millionen griechisch-katholischen Rumänen aus Transilvanien mit Hilfe von Bajonetten von Rom nach Moskau abkommandiert. Danach wurde ein kommunistisch-orthodoxer Eiserner Vorhang hoch gezogen und von der Roten Armee bewacht.
Nach dem Rückzug der Russen versuchten die Rumänen unter Nicolae Ceausescu durch eine Entwicklungsdiktatur materiellen Anschluss an den Westen zu erreichen. Geistlich wollten sie ein „Viertes Rom“ in Bukarest etablieren. Dies akzeptierte weder der Westen noch der Osten, und das Ceausecu-Projekt zerplatzte in der Weihnachtsrevolution 1989.
Seit der Wende sind die Unierten aus Transsilvanien schwach, und Bukarest versucht, mit altbekannten Methoden den Westen zu täuschen. Der Dialog mit Rom ist blockiert. Die Unierten sind marginalisiert. Die prowestliche Kultur der Freimaurer, Madjaren und Juden kann den Mangel an westlichen Normen und Werten nicht aufwiegen.
Vor dem Hintergrund der Liquidierung der balkanischen Romanität, des „Abschneidens der lateinischen Zunge“, des tragischen Schicksals Michaels des Tapferen, Inocetiu Micu-Klains, Alexanderu I. Cuza, Groß-Rumäniens, Ion Antonescus, der Unierten, Nicolae und Elena Ceausescus und heute der Diskriminierung der Rumänen in der Bukowina, Bugeac, Moldawien, Bulgarien, Griechenland, Timoc und Vojvodina erklärt sich die rumänische Angst, aber auch die geheime Hoffnung, daß Griechen und Slawen die Union mit Rom wagen. Erst danach werden auch die Rumänen diesen Weg gehen. Das Risiko einer Union nur der Rumänen mit Rom ist zu hoch.
2006 feiert Rumänien 1900 Jahren seit den Einmarsch der römischen Legion unter Kaiser Traian in Sarmisegetuza, den Hauptstadt des Königs der Daker, Decebal – vor war die Geburtsstunde der Romanität nördlich der Donau.
2007 wird das Land in die EU – die Erbin des Römischen Reiches und des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation – aufgenommen. Das EU-Projekt, das Imperium Romanum wieder herzustellen, ist sehr wichtig für die Rumänen. Sie bleiben unverkennbar ein Limes-Volk, aber im Imperium und nicht, wie bis jetzt, außerhalb.
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So manche der Deutschen und Rumänen hatten Roma Sancta, Roma aeterna gedient, manche hatten sich ihm unterworfen, andere hatten es bekämpft, aber alle glaubten an die von Gott errichtete Ordnung des Imperium Romanum – Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden. Außerhalb herrscht das Chaos der Heidenwelt und zwischen Imperium und Barbaren gab es schon immer ein Limes.
Die Deutschen sind berufen, die Weisheit des Ersten Reiches in Europa lebendig zu halten, eine andere EU-Aufgabe für die Germanen – Barbaren, Limes-Volk, seit Karl dem Großen „Römer“– ist es schwierig zu finden. Die Barbarei ist in Europa vorbei. Die Wache am Limes ist für die Deutschen gang und gäbe. Papst Benedikt XVI. ist nun Galionsfigur und Garantie der Wiederbelebung des Sanctum Imperium, auch wenn der Gottesbezug in der EU-Verfassung noch unpopulär ist.
Die Rumänen wurden durch Griechen und Slawen von der imperialen Mission verdrängt. Es ist „Ein Rätsel und ein Wunder“ (Gheorghe Bratianu), wie sie überhaupt überlebten. Als Limes-Volk stören sie bis heute die Griechen und die Slawen, weil die Erinnerung an Ostrom dadurch nicht verblasst, und sie hindern die direkte Verbindung zwischen Moskau und Belgrad, den Ost- und Südslawen.
Die Vergangenheit dieser Völker kann man nur unter Achtung des römischen Erbes verstehen und ihre Zukunft in Europa / EU gestalten.