Viorel ROMAN

Orthodoxe Geopolitik 2004-11-02
inapoi
Das marxistisch-leninistische Zeitalter tolerierte die Geopolitik nicht. Es versuchte, die Befreiung von der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen in der ganzen Welt durchzusetzen, während die Geopolitik in den Erinnerungen aller sowohl die faschistischen als auch die eigenen Praktiken bei der Festsetzung der Einflußsphären wachrief: den Hitler-Stalin-Pakt, das Abkommen von Jalta, die Grenzziehung der Republik Moldawien usw. Deshalb provozierte Geopolitik in der Vergangenheit proletarisches Mißtrauen und eine Wachsamkeit, die weder die Verräter aus den eigenen Reihen noch den Klassenfeind im Westen aus den Augen ließen. Nach dem Verzicht auf die kommunistische Ideologie – eine säkularisierte Form der Orthodoxie – ist die Geopolitik erneut besonders in den Hauptstädten des Ostens Mode geworden. Die zu makellosen Orthodoxen rekonvertierten Kommunisten aus Moskau oder Bukarest versuchen sich in den Erklärungen auf die brennendsten Fragen: Wie zieht man die kulturell-religiösen Grenzen in der Welt? Warum hat sich das kommunistisch-orthodoxe Lager aufgelöst? Warum ist der römisch-katholische Teil davon in die EU/NATO integriert und der orthodoxe Teil nicht? usw. Bei dieser Gelegenheit tauchen aus dem kollektiven Gedächtnis Phantome auf: der tausendjährige geistliche Bruch zwischen Ost und West, der Mangel an Dialogbereitschaft zwischen diesen beiden Welten, das wirtschaftliche Gefälle bis hin zur Feindschaft zwischen den morgenländischen und abendländischen Christen. Die Argumente, die ins Feld geführt werden, sind oft schwer verständlich oder sogar unlogisch; sie erinnern einige Betrachter an Schamanismus. In Athen erklärt der neue Metropolit Histrodulios, daß die Europäische Union ihren Geist verloren habe und dieser kann nur durch die Orthodoxie wiedergewonnen werden könne. In Belgrad ist die Ansicht allgemein verbreitet, daß Belgrad die westliche Bastion der Orthodoxie sei und Jugoslawien deshalb auseinander zerschlagen worden sei usw. Selbstverständlich wird der Stolz darauf, gegen die Weltverschwörung der Muslime, der jüdischen Zionisten, des Vatikans sowie der NATO und EU Widerstand zu leisten, von einer adäquaten geopolitischen Argumentation begleitet sowie von dem Wunsch einer Unterstützung durch alle Rechtsgläubigen, wenn eine Solidarität aller Slawen vorläufig nicht möglich sei. In Moskau, der Hauptstadt des Nachfolgers des römischen östlichen Imperiums, ist die Geopolitik im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und die Kirche zeigt den Gläubigen, die 70 Jahre die Orthodoxie im kommunistischen Laiengewand praktizierten, den Weg. Die Autorität der Kirche ist inzwischen größer als die des KGB und der Armee, seitdem diese für zahlreiche ungeklärte Selbstmorde verantwortlich gemacht werden. Diesem Wechsel der Rollen in der Gesellschaft entspricht auch der Tausch des politischen Offiziers mit dem orthodoxen Militärpopen. Was tun? Diese rhetorische Frage aus der Zeit vor der Großen Revolution von 1917 ist in Rußland erneut in den Vordergrund gerückt. Das kanonische Gebiet der russisch-orthodoxen Kirche ist mit dem Gebiet der Sowjetunion identisch, einschließlich der Republik Moldawien, daher der Konflikt mit der Patriarchie aus Bukarest. Andererseits herrscht Konsens darüber, daß alle ehemaligen Kommunisten wieder orthodox werden müssen, weil das geistliche Heil der Welt von Moskau ausgeht. Die Ökumene wird nicht mehr akzeptiert. Mit großer Mühe hat Patriarch Alexeij den Russischen Heiligen Synod überzeugt, den Weltkongreß der Kirchen nicht zu verlassen. Der Grund war einerseits die materielle Hilfe aus dem Westen, andererseits die Überlegung, daß eine so gravierende Entscheidung nur im Einverständnis mit allen anderen Schwesterkirchen getroffen werden kann. Die 15 autokephalen orthodoxen Kirchen haben bei ihrem Treffen in Tessaloniki (29.4.-4.5.1998) vom Weltkongreß der Kirchen distanziert und fordern dessen radikale Umstrukturierung. (Teil 2. In: „România Mare„, 16. Oktober 1998) Die kommunistische Ideologie verlieh den Gläubigen eine privilegierte und überlegende Position gegenüber den Sklaven, die sich von den Kapitalisten ausbeuten ließen. Dieses Überlegenheitsgefühl war das säkularisiert-messianistische Ergebnis des vergangenen Jahrhunderts und hat eine lange Tradition in der Orthodoxie. Danach ist nur die byzantinische Kirche die Hüterin des unverfälschten Evangeliums und implizit geistliches Zentrum der Welt. Nachdem Rom und seine Nachfolgerin Byzanz infolge ihrer Sünden untergegangen sind, sei das dritte Rom – Moskau –der einzige und legitime Erbe. Heute habe der Übergang zum Kapitalismus die Russen in den Knien gezwungen, nachdem sie mit der Waffe in der Hand jahrhundertelang die Abendländern immer wieder besiegt hätten. Der Zusammenbruch der UdSSR und die Wirtschaftskrise ist nach der Auffassung der Russisch-Orthodoxen ein Werk des Westens und der Juden, die die Russen angeblich von der Orthodoxie trennen und sie als geistlichen Sklaven der Westen abwickeln wollen. Infolgedessen werfen die Kommunisten das KP-Parteibuch weg und lassen sich in Massen taufen. Mit dem Übertritt zur russischen Orthodoxie wandelt sich der sowjetische Messianismus in einen nationalen Messianismus um – in Nationalismus. Unter diesen Bedingungen ist der ökumenische Dialog zwischen Ost und West, zwischen Moskau und Rom erneut schwierig geworden. Orthodoxe Geistliche verweigern die Begegnung mit ihren Amtsbrüdern aus dem Westen unter anderen auch, weil sie nicht als die fünfte Kolonne des Vatikans beschuldigen werden wollen. Abendländische Delegationen, die dem russischen Patriarchat materiell helfen, werden gebeten, bei der Liturgie die Kirche zu verlassen. Die Begründung lautet: ihr seid nicht richtig getauft! Sogar dem Bischof Prof. Dr. Klaus Engelhardt wurde im vergangenen Jahr die Teilnahme verwehrt. In Rumänien verläuft der Ost-West-Konflikt quer durch das Land, die Karpaten trennen den Westen vom Osten; ein innerorthodoxer Ost-West-Konflikt kompliziert die Lage in Moldawien, wo östlich des Dnjestr weiterhin die 14. russische Armee stationiert ist. Im Westen Rumäniens streben die Ungarn in Verfolgung ihrer tausendjährigen apostolischen Mission nach Autonomie; Ziel ist der Anschluß Transilvaniens und Banats an Ungarn, an die EU und NATO. In Anbetracht dieser Konstellation ist Geopolitik für Rumänen negativ besetzt. Sie erinnert an die Tragödie von 1940, als Stalin und Hitler im Namen dieser Doktrin ein Drittel der Bevölkerung und des Territoriums Rumäniens amputierten, und ruft Ängste vor einer Wiederholung des russisch-deutsch-ungarischen Szenarios hervor. Die Rumänen sehen in der Geopolitik mehr die militärischen, ökonomischen, kulturellen usw. Erscheinungsformen der Expansion als das religiöse Fundament. Das macht sie – je nach Betrachtungsweise– zu Gefangenen oder Partnern der Welt, die von Moskau aus geführt wird. Die unumstrittene Romanität der Rumänen verwässert ihre orthodoxe Solidarität nicht und ist auch für eine Westintegration nicht ausreichend. Die Rumänisch-Orthodoxen können im Unterschied zu den Unierten mit Rom nicht selbständig agieren. Sie brauchen die Zustimmung der anderen 14 orthodoxen Schwesterkirchen, wo Griechen und Russen den Ton angeben, wie man leicht während der Weihnachtsrevolution 1989 sowie im rumänisch-russischen Konflikt im Zusammenhang mit der Zugehörigkeit der moldawischen Metropolie feststellen konnte. Während die Rumänen zumindest noch ‘die Serben und das Schwarze Meer’ [Ion Iliescu] als Nachbarn und Freunde ansehen, wähnen sich die Russen vollkommen ‘eingekreist’. Das erzeugt regelrechte Phantasien: Zwischen dem Vatikan und Istanbul sowie zwischen dem Zionismus und den Pantürken gäbe es eine Abmachung. Alle zielten auf die Zerschlagung des rechtgläubigen Imperiums oder zumindest auf seine Schwächung. Der Wiederauferstehung der ‘teutonischen und gelben Gefahr’ könne nur durch die Wiederherstellung der Macht Moskaus begegnet werden. Deshalb müsse der Westen Rußland helfen. Allerdings gibt es auch einen realistischen russischen Diskurs: Er verzichtet auf die kontinentale Geopolitik sowie auf die Erlösung Europas – Ziele, die der Zar, die Kommunisten und die Demokraten von heute hartnäckig verfolgten und verfolgen. Die Heilige Allianz des vergangenen Jahrhunderts, die Kommunistische Internationale, Komintern und Kominform unseres Jahrhunderts sowie die gegenwärtige Politik zur Integration in die EU/NATO im kommenden Jahrhundert haben das Ziel, Europa zu beherrschen oder zumindest einen gewichtigen Einfluß zu erlangen, mit militärischer Macht oder mit Geheimdiplomatie. Der alternative Diskurs sieht die Rolle Rußland als eurasische Insel, als Limes zwischen der EU, China und der islamischen Welt. (Teil 3. In: „România Mare„, 23. Oktober 1998, S.11) Wenn diese neue geopolitische Doktrin Anhänger gewinnt, dann stehen die Chancen der Rumänen günstiger, nicht – wie heute die Republik Moldawien oder mittelbar Rumänien – im russischen Imperium aufzugehen. Diese realistische und vorteilhafte Linie läßt aber der ungarischen Aktion in Transilvanien und Banat freie Bahn. Deshalb stößt die zögerliche Haltung der laizistischen und geistigen Führer, des Staatspräsidenten Prof.Dr. Emil Constantinescu und des Patriarchen Teoctist, sowie die kurzsichtige und perspektivlose Politik der Regierungskoalition in Bukarest an ihre Grenzen. Der heroische Kampf des Patriarchen Teoctist um die Befreiung der Rumänen aus Moldawien zwischen Prut und Dnjester und aus Transnistrien von dem russischen Patriarchen wurde weder von Iliescu und Constantinescu unterstützt noch von der Regierung, dem Parlament oder der Presse. Andererseits kam vom Patriarchen keine positive Äußerung zur Einladung des Staatspräsidenten an Papst Johannes Paul II., weil er ohne die Zustimmung aller orthodoxen Kirchen nichts unternehmen mag. Staatspräsidenten, Regierungen, Parlamenten verfolgen eine nur formale euroatlantische Integration. So hält der Patriarchen nolens volens die rumänisch-orthodoxe Bastion aufrecht, die historisch den religiösen Brückenkopf zwischen Nord- und Südslawen darstellt. Dieser Mangel an Koordination der rumänischen Führer verursacht einen Kommunikationsstau mit dem Westen, der demjenigen der Zwischenkriegszeit vergleichbar ist. Im Pariser Frieden von 1920 schuf der Westen, von der Idee einer geistigen Neuorientierung aller Rumänen nach Rom beflügelt, die Bedingungen zur Entstehung Großrumäniens gegen alle Nachbarn des Landes. Anschließend war das Niveau der rumänischen Politiker so bescheiden, daß das Land nach nur einer Generation zerschlagen und auf der Konferenz von Jalta dem orthodoxen Machtbereich überlassen wurde. Vom Frieden von Paris 1947 bis zur Selbstauflösung des kommunistischen Lagers und darüber hinaus wurden und werden Rumänien und Moldawien als Satelliten Moskaus behandelt. Der Besuch des Papstes in Rumänien stößt auf die ablehnenden Haltung des Heiligen Synods. Andererseits pflegen die Politiker einen ausgesprochen westlich orientierten Diskurs ein Widerspruch, den offenbar niemand bemerkt. Dabei handelt es sich um einander vollkommen entgegengesetzte Standpunkte. In der Zeit des Übergangs von Kommunismus zur Orthodoxie unter den Staatspräsidenten Iliescu und Constantinescu sowie unter Patriarch Teoctist hat sich die sozio-ökonomische Lage verschlechtert. Über die Wiedervereinigung der beiden rumänischen Staaten, über die Wiedervereinigung der Metropolie von Moldawien mit Bukarest, über den Rückzug der 14. Russische Armee aus einem unabhängigen Staat wird geschwiegen. Im Westen ist auch der letzte Schimmer der Glaubwürdigkeit Ceausescus – rebellierender Gefangene im kommunistisch-orthodoxen Lager und wahrscheinlich getötet von Verrätern –längst verbraucht und durch nichts ersetzt worden, an das man glauben kann. Die Integration der Rumänen in euroatlantische Strukturen und die wirtschaftliche Wiederbelebung sind zu einer diplomatischen Langezeitübung oder zu einem leeren Wort verkommen. (Teil 4. In: „România Mare„, 30. Oktober 1998, S.9) Wenn Bukarest aus der Front der anderen orthodoxen Kirchen nicht ausbrechen kann und deshalb die Westintegration auf dieser Weise kompromittiert ist, dann bleiben den Rumänen nur den Weg der Union mit Rom offen, wie sie genau vor 300 Jahren in Alba Julia verwirklicht wurde. Natürlich war das nicht der Wunsch der Christen im Jahr 1989. Sie wollten eine Union aller Rumänen, wie sie sie schon 1698, 1848, 1866 und 1920 vergeblich erhofft hatten. Aber ausgerechnet dieser schmale geistige Weg zwischen Orthodoxie und Rom war in kommunistischer Zeit bedingungsloser Verfolgung ausgesetzt. Auch heute hat sich an diesen Bedingungen kaum etwas geändert, so daß auch diese Hoffnung der Transilvanische Schule auf einer Westintegration dahin schwindet. In Osteuropa gibt es Antiokzidentalismus (alles Schlechtes kommt aus dem Westen), Nationalismus (wir sind umkreist und bedroht), Antisemitismus (die Juden beherrschen die Welt, ihre Finanzen), Xenophobie (die Fremden sind an allem Schuld) etc. Aber darüber hinaus glauben die Orthodoxen fest, daß sie das westliche Christentum gegen die ungläubigen Asiaten (Mongolen, Türken, Muslime) verteidigt haben. Auf dieser Grundlage beanspruchen sie eine Entschädigung. Die wirtschaftliche Unterentwicklung des Ostens sei Folge dieser schweren Last. Deshalb soll der Westen den Serben, Rumänen, Russen usw. helfen und über die geistliche Ost-West-Zwietracht sowie die Verweigerung des Dialogs hinwegsehen. Das Ergebnis dieses Konvoluts von ideologisch-geopolitischen Transformationsthesen, die die Ideologie der kommunistischen Entwicklungsdiktatur ersetzen sollen, ist erbärmlich. Niemand glaubt, daß auf dieser Basis eine wirtschaftliche und geistige Union zwischen Atlantik und Ural möglich sei. Die wirkliche oder scheinbare Konfusion der russischen und rumänischen Staatsführung hat zum Zusammenbruch der Industrieproduktion geführt. Die Landwirte und Schäfer kehren zur Subsistenzwirtschaft zurück. Das Finanzwesen funktioniert kaum und wird durch den Naturaltausch ersetzt. Bildungs- und Gesundheitswesen zerfallen. Das Elend und die persönliche Sicherheit sind zur erst privatisiert worden. Die russischen Bergleute haben seit Jahren keinen Lohn mehr erhalten. Ihre rumänischen Kollegen bekamen zwanzig Monatsgehälter, damit sie verschwinden und sich eine andere Beschäftigung suchen. Die Schattenwirtschaft ist größer als die offizielle. Die Außenwirtschaft wird bald nur für die Schulden da sein. Mafiotischen Strukturen dehnen sich aus. (Teil 5. In: „România Mare„, 6. Novembrie 1998, S.9) Der Verzicht auf den Kommunismus wurde feierlich von Gorbatschow und Iliescu organisiert. Ihre Nachfolger, auch sie ehemalige KP-Funktionäre, haben selbstverständlich zur Orthodoxie zurückgefunden. Allerdings sind Boris Jeltzin und Emil Constantinescu erheblich weniger qualifiziert und werden – wenn es ihre Gesundheit und Mafia erlauben – spätestens im Jahre 2000 von Genadi Sjuganow, Alexander Lebed, Wladimir Jirinivschi etc, de Corneliu Vadim Tudor, Teodor Viorel Melescanu etc., oder von den Bürgermeistern Gheorghe Funar (Cluj-Napoca) bzw. Luzkow (Moskau) ersetzt. Der Wahl des absoluten Herrschers in Bukarest steht seit zwei Jahrhunderten unter russischem Vorbehalt. Deshalb ist der Ausstieg des Führers der Jüdischen Partei, Petre Roman, ein Neffe des Rabbiners von Oradea, ebenso wahrscheinlich wie die Übernahme der Macht in den 40 Jahren von Ana Pauker, eine Rabbinerstochter. Moskau beugt durch die Wahl eines Ausländers die Umwandlung Bukarests in ein viertes Rom vor. Nur ein unabhängiger Staat kann den rumänischen Staatsschatz, der im Ersten Weltkrieg den Russen anvertraut wurde, von Moskau zurückfordern. Darüber hinaus könnte er den Rückzug der 14. Armee aus Transnistrien, die Wiedervereinigung der beiden rumänischen Staaten, die Wiedererlangung der moldawischen Metropolie, der Nord-Bukowina, des Herza-Gebiets und der Schlangeninsel fordern, auf die die rumänische Regierung ohne Sinn und Verstand und auf geheimnisvolle Weise im Jahre 1997 verzichtete. Unabhängig davon, wer im Jahre 2000 Staatspräsident wird, hat er als Zeichen Gottes auf Erden für die Orthodoxen und als einzige von der Nationalkirche anerkannte Autorität keine Wahl: Er muß eine neue Politik betreiben weg von dem Elend, der Arbeitslosigkeit, der persönlichen Schutzlosigkeit, der Perspektivlosigkeit sowohl in materieller als auch in geistiger Hinsicht. Von ihm wird erwartet, daß die Vernichtung der Industrieanlagen aufhört, daß Verkehrs- und Geldwesen auch außerhalb der Schattenwirtschaft funktionieren. Er soll die Außenpolitik von der IMF-Unterwürfigkeit, von strategischen Investoren sowie vom Ballast der Schuldendienst befreien. Arbeitslose, Landwirte, Schäfer sollen von der neolithischen Subsistenzwirtschaft befreit und wieder in der Gesellschaft eingegliedert, Mafia und Korruption auf ein Minimum reduziert werden. Um dies zu erreichen, werden in der Logik des Systems Elemente der nationalistischen, korporatistischen, sozialistischen Politik wieder eingeführt, ohne dabei auf Marktwirtschaft, auf parlamentarische Demokratie sowie auf die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Westen zu verzichten. Selbstverständlich werden Autorität und Würde der Armee, der Nachfolger von KGB und Securitate sowie des Staatspräsidenten wiederhergestellt. Orthodoxe Geopolitik (Übersetzung. Originaltitel Geopolitica ortodaxa. In: „România Mare„, Bukarest, Nr.430, 9. Okt. 1998) Prof. Dr. Viorel Roman, Akademischer Rat an der Universität Bremen